Der Security Advisor meldete 34 Warnungen; nach dem Festnageln des search_path sind es zehn. Von diesen zehn ist eine einzige ein echter Befund — aber die hätte man in den 34 nicht gesehen. search_path (34 Warnungen) Alle betroffenen Funktionen sind SECURITY INVOKER, laufen also mit den Rechten der aufrufenden Person; ein manipulierter Pfad bringt dort nichts zu holen. Die vier DEFINER-Funktionen setzen ihn längst. Festgenagelt wird es trotzdem, für den Tag, an dem jemand eine davon auf SECURITY DEFINER umstellt, weil eine Mutation an RLS vorbei schreiben muss — dann wäre es eine Rechteausweitung, und an den search_path denkt in dem Moment niemand. Als Schleife statt als Liste von 34 Signaturen: die würde beim nächsten Umbau veralten. Sie lässt Erweiterungen in Ruhe (pg_trgm legt show_trgm und show_limit ebenfalls in public ab) und prüft am Ende selbst nach. pg_temp steht ausdrücklich am Pfadende — ohne die Angabe durchsucht Postgres das temporäre Schema zuerst, und dort darf jede Sitzung anlegen, was sie will. Ausführungsrechte (8 Warnungen) Hier trennt sich der Befund vom Rauschen, und zwar durch Messen mit dem anon-Schlüssel gegen die laufende Datenbank: anon.rpc(is_hr_user) -> false anon.rpc(current_hr_user_id) -> null anon.rpc(apply_due_pending_changes) -> 0 Die ersten beiden bleiben offen, und das ist keine Nachlässigkeit: sie werden aus den RLS-Policies heraus aufgerufen, und ein Policy-Ausdruck wird mit den Rechten der abfragenden Rolle ausgewertet. Ohne EXECUTE scheitert jede Abfrage auf jeder Tabelle. Preisgegeben wird nichts — beide nehmen keine Argumente und beantworten nur eine Frage über die aufrufende Person selbst. Der dritte ist der Befund. apply_due_pending_changes() wendet vorgemerkte Versetzungen, Beförderungen und Abwesenheiten an, ist SECURITY DEFINER, umgeht damit RLS — und war ohne Anmeldung aufrufbar. Der anon-Schlüssel steht im ausgelieferten Browser-Bündel. Der Schaden wäre begrenzt, weil nur ohnehin fällige Änderungen angewandt werden, aber es ist ein Schreibpfad für Fremde und macht das Geheimnis der Cron-Route wirkungslos. Entzogen für anon und authenticated; die Route benutzt die service_role und läuft weiter. rls_auto_enable() stammt nicht aus diesen Migrationen und wird nirgends aufgerufen. Der Entzug ist risikolos und beantwortet die Frage, was sie tut, notfalls mit einer klaren Fehlermeldung. Zwei Warnungen bleiben bewusst stehen pg_trgm in public trägt die Operatorklasse gin_trgm_ops, auf der zwei GIN-Indizes auf employees liegen. Ein Schemawechsel müsste Indizes und jeden search_path mitziehen — Risiko für eine Konvention, keine Rechteausweitung. „Leaked Password Protection" ist gegenstandslos: die Passwort-Anmeldung ist abgeschaltet, eine Anmeldung gegen die API antwortet mit email_provider_disabled. Es gibt kein Passwort, das kompromittiert sein könnte.
Manner HR Master
Interne HR-Stammdatenverwaltung: Mitarbeiter:innen, Organisationsstruktur (Bereich/Abteilung/Team), Planstellen, Neueinstellungen, Versetzungen/ Beförderungen/Karenz, Reorganisationen und der zugehörige Audit-Trail.
Zweck
Die App ersetzt Excel-basierte HR-Stammdatenpflege durch ein Werkzeug mit verbindlichen Regeln (z. B. wirksame Daten statt sofortiger Änderungen, eindeutige Positions-/Org-Nummern, verpflichtende Historie) und einem lückenlosen Audit-Trail für jede Änderung.
Alle Mitarbeiterdaten in diesem System sind vertraulich — Stammdaten, Verträge, Sozialversicherungsnummern, Angehörige und Audit-Daten. Zugriff ist auf explizit aktivierte HR-Benutzer:innen beschränkt (siehe Sicherheitsprinzipien).
Tech-Stack
- Next.js 16 (App Router) — Achtung: Next.js 16 hat Breaking Changes
gegenüber älteren Versionen (u. a.
proxy.tsstattmiddleware.ts). Vor Änderungen an Framework-nahen Dateien die lokalen Docs unternode_modules/next/dist/docs/konsultieren; sie sind maßgeblich, ältere Anleitungen im Netz beschreiben teils überholte APIs. - React 19, TypeScript
- Supabase (Postgres, Auth, RLS) — Datenhaltung liegt vollständig in Supabase, nicht im Next.js-Prozess.
- Tailwind CSS v4
- Vitest — Unit- (Node), Komponenten- (jsdom) und Integrationstests (gegen ein lokales Supabase)
Setup
npm install
cp .env.example .env.local # Werte eintragen, siehe unten
npm run dev
Für lokale Supabase-Entwicklung (statt gegen ein Cloud-Projekt):
supabase start # startet lokalen Postgres/Auth/Studio-Stack
supabase/config.toml und .env.test.local sind bereits auf die
Standard-Ports der lokalen Supabase-CLI abgestimmt.
Umgebungsvariablen
Siehe .env.example für die vollständige, kommentierte
Liste. Kurzfassung:
| Variable | Sichtbarkeit | Zweck |
|---|---|---|
NEXT_PUBLIC_SUPABASE_URL |
Browser + Server | Supabase-Projekt-URL |
NEXT_PUBLIC_SUPABASE_ANON_KEY |
Browser + Server | Anon-Key, RLS-gebunden |
SUPABASE_SERVICE_ROLE_KEY |
Nur Server | Umgeht RLS vollständig — niemals im Browser-Bundle, niemals loggen |
CRON_SECRET |
Nur Server | Schützt /api/cron/apply-pending-changes |
NEXT_PUBLIC_*-Werte werden beim Build in das Client-Bundle eingebacken —
eine Änderung erfordert einen Rebuild, nicht nur einen Neustart (relevant
für Docker-Deployments, siehe unten).
Scripts
| Befehl | Zweck |
|---|---|
npm run dev |
Lokaler Dev-Server |
npm run build |
Produktions-Build |
npm run start |
Produktions-Server (nach build) |
npm run lint |
ESLint (eslint-config-next, Flat Config) |
npm run typecheck |
tsc --noEmit |
npm run test |
Vitest, Unit-Tests (tests/unit/**) |
npm run test:integration |
Vitest gegen eine echte (lokale) Supabase-Instanz — braucht supabase start und .env.test.local |
npm run test:e2e |
Playwright |
npm run check |
lint + typecheck + test + build in Folge |
Sicherheitsprinzipien
- RLS ist die eigentliche Schranke, nicht die UI. Jede Tabelle hat Row
Level Security aktiv;
proxy.ts(App-Ebene) ist Defense-in-Depth, keine Ersatzkontrolle. - Ein Rollenmodell:
profiles.role = 'hr'+profiles.is_active = true, geprüft über die SQL-Funktionis_hr_user(). Kein Sub-Rollensystem — siehedocs/data-model.md. - Service-Role-Key ist server-only. Einzige Verwendung:
lib/supabase/admin.ts, geschützt durchimport "server-only"(macht einen versehentlichen Client-Import zu einem Build-Fehler statt einem Laufzeitproblem). - Audit-Log ist transaktional in der Datenbank, nicht im App-Code: jede
mutierende SQL-Funktion schreibt ihren
audit_log-Eintrag in derselben Transaktion wie die Änderung selbst. Details und Prüfung siehedocs/security-review.md. - Historie ist append-only (
employee_history,audit_log) — RLS erlaubt keinupdate/delete. Korrekturen sind kompensierende Einträge.
Cron-Konfiguration
/api/cron/apply-pending-changes wendet wirksam gewordene, zukunftsdatierte
Änderungen an (pending_org_changes → apply_due_pending_changes()).
- Auf Vercel:
vercel.jsondefiniert den täglichen Schedule; Vercel Cron sendetAuthorization: Bearer <CRON_SECRET>automatisch, wennCRON_SECRETin den Projekt-Env-Vars gesetzt ist. - Außerhalb von Vercel (Docker): kein Vercel Cron verfügbar — siehe
DEPLOYMENT.mdfür den Cron-Sidecar-Container, der denselben Endpoint mit demselben Schema aufruft. - Fehlt
CRON_SECREToder stimmt der Header nicht, antwortet die Route mit401(nicht500— bewusst, siehetests/unit/security.test.ts).
Supabase-Hinweise
- Schema-Quelle der Wahrheit:
supabase/migrations/. Menschlich lesbare Zusammenfassung:docs/data-model.md. - Migrationen einspielen:
supabase db push(gegen das verlinkte Projekt) bzw.supabase start+ automatische Anwendung für lokale Entwicklung. supabase/seed.tsund.env.test.localsind nur für lokale Entwicklung/Tests gedacht, nie für ein Produktivprojekt verwenden.
Testing
npm run test— schnell, keine externen Abhängigkeiten, läuft in CI.npm run test:integration— braucht eine laufende lokale Supabase-Instanz (supabase start) und.env.test.local; prüft RLS-Verhalten end-to-end (siehetests/integration/authorization.test.tsfür das HR-Only-Zugriffs- modell).npm run test:e2e— Playwright gegen einen laufenden Dev-/Preview-Server.
Deployment
Siehe DEPLOYMENT.md für Docker-basiertes Deployment
(Dockerfile, docker-compose.yml, Reverse-Proxy/TLS, Cron-Ersatz, Updates).
Für Vercel: vercel.json ist bereits vorhanden; Env-Vars im
Vercel-Projekt setzen (siehe oben).
Known TODOs vor Produktivbetrieb
- Content-Security-Policy fehlt noch (
next.config.tssetzt bewusst keine CSP — Skript-/Style-/Connect-Quellen sind noch nicht vollständig inventarisiert; ungeprüft geraten zu setzen riskiert, Hydration oder den Supabase-Client stillschweigend zu brechen). - Lokale Scratch-Artefakte (
.scratch_*,.scratch_shots/) enthalten Screenshots/Hilfsskripte aus einer früheren manuellen Verifikation und liegen noch im Arbeitsverzeichnis. Sie sind jetzt über.gitignoreausgeschlossen; vor einem Produktiv-Handover sollten sie durchgesehen und bei Bedarf gelöscht werden. - Kein granulareres Rollenmodell — aktuell HR-only (alles-oder-nichts).
Falls z. B. eine reine Lese-Rolle künftig gebraucht wird, gehört die
Erweiterung in eine neue Migration (
is_hr_user()/RLS-Policies), nicht in App-seitigen Code.