A--F stammte aus der Spezifikation, nicht vom Kunden: sechs erfundene Stufen mit erfundenen Beschreibungen. Der Kunde bewertet nach Hay und hat die Liste geschickt -- 13 Stufen plus einen Generic Grade. Dieselbe Spalte fuellt im Cornerstone-Extrakt die Grade ID. Solange dort A--F steht, ist die Datei in jeder Zeile falsch, ohne dass es beim Erzeugen auffaellt: das Zielsystem kennt diese Kennungen nicht. Der Typ heisst weiter paygrade_type, ist aber jetzt eine Domain ueber text mit CHECK statt eines Aufzaehlungstyps. Ein Enum laesst sich nicht umschreiben -- Werte entfernen geht gar nicht, und add value darf im selben Vorgang, der den neuen Wert schreibt, nicht benutzt werden. Wichtiger: die rund zehn SQL-Funktionen, die den Wert nach paygrade_type umwandeln, bleiben unveraendert gueltig. Jede von ihnen neu zu erzeugen hiesse, zehnmal die Gelegenheit zu haben, aus einer veralteten Vorlage zu kopieren. Zwei Funktionen muessen doch angefasst werden, beide per Punktaenderung an der laufenden Definition statt per Kopie aus einer Datei: der Vorgabewert B in hire_employee und die Beschriftung im Protokoll von promote_employee. Der Bestand bekommt den Generic Grade. Aus A--F liesse sich kein Hay-Grade ableiten: andere Einteilung, andere Anzahl. Geraten saehe im Extrakt genauso aus wie erhoben.
Alpenwerk HR Master
Interne HR-Stammdatenverwaltung: Mitarbeiter:innen, Organisationsstruktur (Bereich/Abteilung/Team), Planstellen, Neueinstellungen, Versetzungen/ Beförderungen/Karenz, Reorganisationen und der zugehörige Audit-Trail.
Zweck
Die App ersetzt Excel-basierte HR-Stammdatenpflege durch ein Werkzeug mit verbindlichen Regeln (z. B. wirksame Daten statt sofortiger Änderungen, eindeutige Positions-/Org-Nummern, verpflichtende Historie) und einem lückenlosen Audit-Trail für jede Änderung.
Alle Mitarbeiterdaten in diesem System sind vertraulich — Stammdaten, Verträge, Sozialversicherungsnummern, Angehörige und Audit-Daten. Zugriff ist auf explizit aktivierte HR-Benutzer:innen beschränkt (siehe Sicherheitsprinzipien).
Tech-Stack
- Next.js 16 (App Router) — Achtung: Next.js 16 hat Breaking Changes
gegenüber älteren Versionen (u. a.
proxy.tsstattmiddleware.ts). Vor Änderungen an Framework-nahen Dateien die lokalen Docs unternode_modules/next/dist/docs/konsultieren; sie sind maßgeblich, ältere Anleitungen im Netz beschreiben teils überholte APIs. - React 19, TypeScript
- PostgreSQL, angesprochen über Kysely und
pg— die Datenhaltung liegt in der Datenbank, nicht im Next.js-Prozess. Der Zugriff läuft ausschliesslich überwithUser()(lib/db/), das den Sitzungskontext setzt. - Auth.js gegen Microsoft Entra ID — keine eigenen Passwörter.
- Tailwind CSS v4
- Vitest — Unit- (Node), Komponenten- (jsdom) und Integrationstests (gegen eine erreichbare Datenbank)
Setup
npm install
cp .env.example .env.local # Werte eintragen, siehe unten
npm run dev
Für eine lokale Datenbank genügt der Container aus docker-compose.yml:
docker compose up -d db
docker compose run --rm migrate # spielt db/migrations/ ein
Danach zeigt DATABASE_URL in .env.local auf diese Datenbank.
Umgebungsvariablen
Siehe .env.example für die vollständige, kommentierte
Liste. Kurzfassung:
| Variable | Sichtbarkeit | Zweck |
|---|---|---|
DATABASE_URL |
Nur Server | PostgreSQL-Verbindung. Die Rolle darf kein BYPASSRLS haben |
DATABASE_SSL |
Nur Server | false für lokal/CI ohne TLS |
AUTH_SECRET |
Nur Server | Signiert und verschlüsselt das Sitzungscookie |
AUTH_MICROSOFT_ENTRA_ID_ID |
Nur Server | Anwendungs-ID der Entra-Registrierung |
AUTH_MICROSOFT_ENTRA_ID_SECRET |
Nur Server | Client-Geheimnis dazu |
AUTH_MICROSOFT_ENTRA_ID_ISSUER |
Nur Server | Aussteller mit Mandanten-ID — nicht common |
CRON_SECRET |
Nur Server | Schützt /api/cron/apply-pending-changes |
Es gibt keine NEXT_PUBLIC_*-Variablen mehr. Nichts wird in das
Browser-Bundle eingebacken, weil der Browser mit nichts ausser der Anwendung
selbst spricht. Ein Docker-Abbild ist damit umgebungsneutral: einmal gebaut,
überall dasselbe — vorher brauchte jede Umgebung ihr eigenes.
Scripts
| Befehl | Zweck |
|---|---|
npm run dev |
Lokaler Dev-Server |
npm run build |
Produktions-Build |
npm run start |
Produktions-Server (nach build) |
npm run lint |
ESLint (eslint-config-next, Flat Config) |
npm run typecheck |
tsc --noEmit |
npm run test |
Vitest, Unit-Tests (tests/unit/**) |
npm run test:integration |
Vitest gegen eine erreichbare Datenbank; überspringt sich ohne DATABASE_URL |
npm run test:e2e |
Playwright |
npm run migrate |
Ausstehende Migrationen einspielen (--dry-run, --baseline) |
npm run check |
lint + typecheck + types:check + test + build in Folge — dieselben Schritte wie der CI-Job „check" |
Sicherheitsprinzipien
- RLS ist die eigentliche Schranke, nicht die UI. Jede Tabelle hat Row
Level Security aktiv;
proxy.ts(App-Ebene) ist Defense-in-Depth, keine Ersatzkontrolle. - Ein Rollenmodell:
profiles.role = 'hr'+profiles.is_active = true, geprüft über die SQL-Funktionis_hr_user(). Kein Sub-Rollensystem — siehedocs/datenkatalog.md. - Es gibt keinen privilegierten Zugang mehr. Der Dienstschlüssel, der RLS
aushebelte, ist ersatzlos entfallen; auch der nächtliche Lauf benutzt
dieselbe Rolle ohne
BYPASSRLS. Was ohne angemeldete Person laufen muss, steht alsSECURITY DEFINER-Funktion in der Datenbank und prüft dort selbst, was es tut. - Jede Abfrage läuft in einer Transaktion mit gesetztem Sitzungskontext.
Die Kysely-Instanz wird nicht exportiert — der einzige Weg an die Datenbank
ist
withUser()(lib/db/index.ts), und eine ESLint-Regel verbietet den Import vonpgausserhalb vonlib/db/. - Audit-Log ist transaktional in der Datenbank, nicht im App-Code: jede
mutierende SQL-Funktion schreibt ihren
audit_log-Eintrag in derselben Transaktion wie die Änderung selbst. Details und Prüfung siehedocs/security-review.md. - Historie ist append-only (
employee_history,audit_log) — RLS erlaubt keinupdate/delete. Korrekturen sind kompensierende Einträge.
Cron-Konfiguration
/api/cron/apply-pending-changes wendet wirksam gewordene, zukunftsdatierte
Änderungen an (pending_org_changes → apply_due_pending_changes()).
- Den Zeitplan hält der
cron-Container ausdocker-compose.yml: täglich 03:00 Uhr, mitAuthorization: Bearer <CRON_SECRET>. - Fehlt
CRON_SECREToder stimmt der Header nicht, antwortet die Route mit401(nicht500— bewusst, siehetests/unit/security.test.ts).
Datenbank
- Schema-Quelle der Wahrheit:
db/migrations/. Menschlich lesbare Fassung, aus der laufenden Datenbank erzeugt:docs/datenkatalog.md. - Migrationen einspielen:
npm run migrate. Der Läufer wendet nur die fehlenden Dateien an, jede in ihrer eigenen Transaktion, und führt darüber Buch inmigrationen.schema_migrations. lib/types.tswird von Hand gepflegt.npm run types:checkhält sie Spalte für Spalte gegen die Migrationen.
Testing
npm run test— schnell, keine externen Abhängigkeiten, läuft in CI.npm run test:integration— braucht eine erreichbare Datenbank (DATABASE_URL). Geprüft werden Regeln, die es zweimal gibt: einmal als SQL, einmal als TypeScript. OhneDATABASE_URLüberspringen sich die Dateien, statt mit einem Verbindungsfehler abzubrechen.npm run test:e2e— Playwright gegen einen laufenden Dev-/Preview-Server.
Deployment
Siehe DEPLOYMENT.md: Anwendung und Datenbank als Container,
Reverse-Proxy/TLS, der nächtliche Lauf, Migrationen und Updates.
Known TODOs vor Produktivbetrieb
- Content-Security-Policy läuft im Nur-Bericht-Modus (
next.config.ts). Erzwungen wird sie erst, wenn die Meldungen sauber sind — eine geratene, erzwungene Richtlinie blendet die Anwendung für alle aus. - Seed für die Integrationstests fehlt. Er lag in der abgelösten Umgebung. Zwei der drei Integrationstests vergleichen Regeln über den gesamten Bestand und brauchen dafür Daten; bis der Seed nachgezogen ist, laufen sie nur gegen eine bereits befüllte Datenbank, nicht in der CI.
- Sicherheitsprüfung des heutigen Aufbaus steht aus — siehe
docs/security-review.md. - Bildschirmfotos unter
.scratch_shots/stammen aus einer früheren Handprüfung. Sie sind über.gitignoreausgeschlossen; vor der Übergabe durchsehen und löschen. - Kein granulareres Rollenmodell — aktuell HR-only (alles-oder-nichts).
Falls z. B. eine reine Lese-Rolle künftig gebraucht wird, gehört die
Erweiterung in eine neue Migration (
is_hr_user()/RLS-Policies), nicht in App-seitigen Code.