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alpenwerk-hr/docs/azure-migration.md
Maximilian Stubhan 578ce696f0 Correct the policy count in the places that quote it
Six comments and doc lines put the number of RLS policies at 58. It is
21 — counted from pg_policy while building the data catalogue. The
figure appears in load-bearing prose ("all 58 policies call
is_hr_user()", "all 58 policies stay unchanged"), where being wrong by a
factor of three invites someone to go looking for the missing thirty-
seven.

The two occurrences inside supabase/migrations/ stay as they are. That
file already ran against the database; its comments record what was
believed at the time, and editing them would make the file differ from
what was applied for no gain.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-13 17:33:54 +02:00

149 lines
5.3 KiB
Markdown

# Umstieg auf Azure — Sicherheitsarchitektur
Entwurf zur Abnahme. **Noch kein Code umgestellt.**
Ziel: Azure Database for PostgreSQL (Flexible Server), Anmeldung über Entra ID,
Supabase als Abhängigkeit entfernt.
## Ausgangslage, gemessen
| | Anzahl |
|---|---|
| RLS-Policies | 21 |
| `auth.uid()` / `auth.users` in Migrationen | 79 |
| Fremdschlüssel auf `auth.users` | 9 |
| Datenzugriffe in der App (`.from()`, `.rpc()`) | 50 |
| Dateien mit Supabase-Import | 10 |
Die Anwendung läuft mit dem **anon-Key** (`lib/supabase/server.ts`,
`client.ts`); der Service-Role-Key kommt nur in `lib/supabase/admin.ts` vor.
Die RLS-Policies sind damit die tatsächliche Sicherheitsgrenze — nicht der
Proxy und nicht der Anwendungscode.
## Der entscheidende Befund
`auth.uid()` erscheint 70-mal, aber für die Absicherung zählt genau **eine**
Stelle:
```sql
create or replace function is_hr_user() returns boolean
language sql security definer stable as $$
select exists (
select 1 from profiles p
where p.id = auth.uid() and p.role = 'hr' and p.is_active = true
);
$$;
```
Alle 21 Policies rufen `is_hr_user()` auf. Wird hier die Herkunft der
Benutzerkennung ausgetauscht, **bleiben alle Policies unverändert gültig**.
Die Sicherheitsarchitektur wandert also *nicht* in den Anwendungscode — das
war meine Sorge bei Variante B, und sie ist ausgeräumt.
Die übrigen ~55 Vorkommen stehen in Mutations-RPCs (`insert into audit_log
values (auth.uid(), …)`) und sind eine mechanische Ersetzung.
## Zielarchitektur
### 1. Benutzertabelle statt `auth.users`
```sql
create table app_users (
id uuid primary key default gen_random_uuid(),
entra_object_id uuid not null unique, -- oid aus dem Entra-Token
email text not null,
created_at timestamptz not null default now()
);
```
Die neun Fremdschlüssel zeigen künftig hierauf. `profiles.id` bleibt der
Schlüssel, an dem `role` und `is_active` hängen — die HR-Freischaltung
funktioniert unverändert.
### 2. Sitzungskontext statt `auth.uid()`
```sql
create or replace function current_app_user() returns uuid
language sql stable as $$
select nullif(current_setting('app.user_id', true), '')::uuid;
$$;
```
`auth.uid()` → `current_app_user()`, überall. `is_hr_user()` bleibt sonst
Wort für Wort gleich.
### 3. Der kritische Punkt: wie der Kontext gesetzt wird
**Hier entscheidet sich, ob die Migration sicher ist.**
Jeder Datenbankzugriff muss in einer Transaktion laufen, die zuerst
`set local app.user_id` ausführt:
```ts
await db.transaction(async (tx) => {
await tx.execute(sql`select set_config('app.user_id', ${userId}, true)`);
return tx.select()…;
});
```
Das dritte Argument `true` bedeutet *transaktionslokal*. Ohne Transaktion
bliebe die Einstellung an der Verbindung hängen — und die nächste Anfrage,
die dieselbe Verbindung aus dem Pool zieht, liefe **mit der Kennung des
vorherigen Benutzers**. Das ist genau die Art Fehler, die in einem Test nie
auffällt und im Betrieb Personaldaten quer über Benutzer hinweg preisgibt.
Deshalb: **kein direkter Zugriff auf den Pool.** Es gibt eine einzige
Zugriffsfunktion, die die Transaktion und `set_config` erzwingt, und eine
Lint-Regel, die den Import des Pools außerhalb dieser Datei verbietet.
Das muss strukturell unmöglich sein, nicht per Konvention.
Zusätzlich verbindet sich die Anwendung mit einer Datenbankrolle **ohne**
`BYPASSRLS`. Selbst wenn der Kontext fehlt, liefern die Policies dann nichts
zurück — statt alles.
### 4. Anmeldung
Entra ID über NextAuth (Azure-AD-Provider) oder MSAL. Nach der Validierung
des Tokens wird die `oid` auf `app_users.entra_object_id` abgebildet; existiert
kein Eintrag, wird einer angelegt — **ohne** `profiles`-Zeile, also ohne
Zugriff. Die Freischaltung bleibt ein bewusster Schritt, wie heute
(`is_active` ist per Vorgabe `false`).
Damit erledigt sich die SSO-Frage aus der IT-Liste mit.
### 5. Datenzugriff
PostgREST entfällt; die 50 Aufrufe werden auf Drizzle umgestellt. Die sechs
`.rpc()`-Aufrufe sind trivial (direkter Funktionsaufruf), die 44
`.from()`-Aufrufe sind Query-Builder-Umschreibungen.
Das handgeschriebene `lib/supabase/types.ts` entfällt: Drizzle erzeugt die
Typen aus dem Schema, womit auch der Schema-Drift-Prüfer überflüssig wird.
## Was bewusst gleich bleibt
- **Alle 21 RLS-Policies**, unverändert
- Das gesamte Schema samt Enums, Arrays, `jsonb`, PL/pgSQL, partiellen Indizes
- `pgcrypto` und `pg_trgm` (beide auf Azure freigegeben)
- Die Geschäftslogik in den RPCs
## Reihenfolge
1. `app_users`, `current_app_user()`, Fremdschlüssel umhängen — additiv, gegen die bestehende Datenbank testbar
2. Zugriffsschicht mit erzwungener Transaktion + `set_config`, plus Test, der den Kontextverlust nachweist
3. Entra-ID-Anmeldung
4. Die 50 Datenzugriffe umstellen
5. Supabase-Pakete entfernen
6. Umzug der Datenbank per `pg_dump`/`pg_restore`
Schritt 2 ist der einzige, bei dem ein Fehler still bleibt. Dafür braucht es
einen Test, der zwei Anfragen über dieselbe gepoolte Verbindung schickt und
prüft, dass die zweite die erste nicht sieht.
## Offene Fragen an die Kunden-IT
- Welcher Entra-Mandant, und wer legt die App-Registrierung an?
- Gruppenbasierte Freischaltung (Entra-Gruppe „HR") oder weiter manuell über `profiles.is_active`?
- Flexible Server: Version, Region, Netzwerkzugang (Private Endpoint oder Firewall-Regeln)?
- Wer betreibt und patcht?