# Deployment mit Docker Dieser Guide beschreibt, wie die App (bisher auf Vercel deployed, siehe `vercel.json`) stattdessen als Docker-Container auf einem beliebigen Server läuft. ## Was wird containerisiert – und was nicht - **Containerisiert:** nur die Next.js-App selbst (`Dockerfile`). - **Nicht containerisiert:** Supabase (Datenbank + Auth). Die App verbindet sich per URL/Key zu einem bestehenden Supabase-Projekt (Cloud oder selbst gehostet) – das bleibt unverändert. `supabase/` in diesem Repo ist nur die lokale Dev-/Migrations-Umgebung (`supabase start`), kein Teil des Deployments. - **Ersetzt:** der Vercel-Cron-Job aus `vercel.json` (täglich 03:00 Uhr, ruft `/api/cron/apply-pending-changes` auf, um fällige Versetzungen/ Beförderungen/Karenz/Reorg-Änderungen zu übernehmen). Da es außerhalb von Vercel kein Vercel-Cron gibt, übernimmt das im `docker-compose.yml` enthaltene `cron`-Sidecar-Container diese Aufgabe mit demselben Schema und demselben Bearer-Secret, das die Route bereits erwartet. ## Voraussetzungen - Docker + Docker Compose (v2, das im Docker Desktop/Docker Engine enthaltene `docker compose`) auf dem Zielserver. - Ein bestehendes Supabase-Projekt mit den Migrationen aus `supabase/migrations/` bereits eingespielt (`supabase db push` bzw. wie bisher). ## 1. `.env` anlegen ```bash cp .env.example .env ``` Werte eintragen: | Variable | Woher | |---|---| | `DATABASE_URL` | Verbindungsstring der PostgreSQL-Instanz. Die Rolle darf **kein** `BYPASSRLS` haben | | `DATABASE_SSL` | nur setzen (`false`), wenn die Datenbank ohne TLS läuft | | `AUTH_SECRET` | selbst generieren: `openssl rand -base64 32` | | `AUTH_MICROSOFT_ENTRA_ID_ID` | Entra-Portal → App-Registrierung → Übersicht | | `AUTH_MICROSOFT_ENTRA_ID_SECRET` | Entra-Portal → Zertifikate & Geheimnisse (nur einmal sichtbar!) | | `AUTH_MICROSOFT_ENTRA_ID_ISSUER` | `https://login.microsoftonline.com//v2.0` | | `CRON_SECRET` | selbst generieren: `openssl rand -hex 32` | Details zur Entra-Registrierung: [`docs/entra-sso.md`](docs/entra-sso.md). Wichtig zum Verständnis: - **Nichts davon wird in das Image eingebacken.** Es gibt keine `NEXT_PUBLIC_*`-Variablen mehr; alle Werte liest die Anwendung zur Laufzeit über `env_file`. Eine Änderung braucht deshalb nur einen Neustart, keinen neuen Build — und dasselbe Image läuft in Test und Produktion. - `.env` steht schon in `.gitignore` – nicht committen. ## 2. Bauen und lokal testen ```bash docker compose build docker compose up -d docker compose logs -f app ``` App ist danach unter `http://localhost:3000` erreichbar. Healthcheck prüft `GET /login`; Status siehe `docker compose ps`. Cron-Sidecar prüfen: ```bash docker compose logs -f cron ``` ## 3. Auf einem Server deployen Einfachste Variante – Repo direkt auf dem Server bauen: ```bash git clone && cd manner-app cp .env.example .env # Werte eintragen docker compose up -d --build ``` Alternative für CI/CD (Image einmal bauen, überall pullen): Image in einer Registry (GHCR, Docker Hub, …) bauen und pushen, auf dem Server nur `docker compose pull && docker compose up -d` ausführen. Dafür in `docker-compose.yml` zusätzlich `image: /:` setzen und den Build in der CI-Pipeline mit den `--build-arg`-Werten für `NEXT_PUBLIC_*` laufen lassen. ## 4. Reverse Proxy + HTTPS Next.js selbst sollte laut den offiziellen Docs **nicht** direkt exponiert werden – ein Reverse Proxy übernimmt TLS, Rate-Limiting und Request- Validierung. Beispiel mit [Caddy](https://caddyserver.com/) (automatisches HTTPS via Let's Encrypt): ```caddyfile # /etc/caddy/Caddyfile hr.example.com { reverse_proxy localhost:3000 } ``` `docker-compose.yml` published Port 3000 aktuell auf den Host – bei Verwendung eines Reverse Proxys auf demselben Host kann das Publishing auf `127.0.0.1:3000:3000` eingeschränkt werden, damit der Container-Port nicht direkt von außen erreichbar ist. ## 5. Updates ausrollen ```bash git pull docker compose build docker compose up -d ``` Kurzer Downtime-Moment beim Neustart des `app`-Containers ist bei dieser Single-Instance-Compose-Konfiguration normal. Für Zero-Downtime-Deployments wäre eine zweite Instanz + Load Balancer nötig (siehe Abschnitt 6). Datenbank-Migrationen (`supabase/migrations/*.sql`) werden weiterhin über die Supabase CLI gegen das Supabase-Projekt gefahren, unabhängig vom App-Deployment: ```bash supabase db push ``` ## 6. Hinweis bei mehreren Replicas Läuft die App skaliert (mehrere `app`-Container hinter einem Load Balancer), muss `NEXT_SERVER_ACTIONS_ENCRYPTION_KEY` explizit gesetzt und auf allen Instanzen identisch sein – sonst schlagen Server Actions (`actions/*.ts`, z. B. Mitarbeiter- und Positions-Mutationen) mit "Failed to find Server Action" fehl, wenn eine Anfrage auf einer anderen Instanz landet als der, die das Formular gerendert hat. Erzeugen mit: ```bash openssl rand -base64 32 ``` Als zusätzliche Env-Variable in `.env` eintragen. Bei der aktuellen Single-Instance-Compose-Konfiguration ist das nicht nötig. ## Troubleshooting - **Anmeldung endet auf `/login?error=…`:** die Umleitungs-URI in der Entra-Registrierung muss exakt `https:///api/auth/callback/microsoft-entra-id` lauten. Steht die Anwendung hinter einem Reverse Proxy unter einer anderen Adresse, als sie selbst sieht, zusätzlich `AUTH_URL` setzen. - **Angemeldet, aber sofort zurück auf `/login?error=no_hr_access`:** die Anmeldung hat funktioniert, es fehlt die Freischaltung. Es braucht eine `profiles`-Zeile mit `role = 'hr'` und `is_active = true` auf derselben Kennung, die in `app_users` steht. - **Cron läuft nicht:** `docker compose logs cron` – prüft, ob `/etc/crontabs/root` korrekt geschrieben wurde und ob `CRON_SECRET` in `.env` gesetzt ist (leer/fehlend führt serverseitig zu `401`). - **Healthcheck rot:** `docker compose logs app` – meist `DATABASE_URL` fehlend oder nicht erreichbar. Der Pool baut die Verbindung erst beim ersten Zugriff auf, der Fehler steht deshalb im Log der Anfrage, nicht im Start-Log.